Siebdruck hat eine reiche Geschichte – von japanischen Handwerkskunst über Andy Warhols Popkultur bis zur Indie-Werkstatt um die Ecke.
Siebdruck (Serigrafie) ist eine der faszinierendsten Drucktechniken – wegen ihrer Geschichte, ihrer Demokratisierung der Kunst und ihrer lebendigen Gegenwart.
Japan: Die Ursprünge
Die ältesten Siebdrucktechniken stammen aus Japan, wo Schablonen (Katazome) für Textilfärbung verwendet wurden. Zwischen dem 6. und 8. Jahrhundert.
Europa: Industrialisierung
Im frühen 20. Jahrhundert wurde Siebdruck für textile Massenproduktion industrialisiert. Kunststoffsiebe ersetzten Seidensiebe (daher "Serigrafie" = Seidenschreiben).
Andy Warhol: Die Demokratisierung
In den 1960er Jahren machte Andy Warhol den Siebdruck zur Kunstform. Seine Marilyn-Monroe-Serien, Campbell-Soup-Dosen – Siebdruck als Kommentar auf Massenproduktion und -konsum.
Heute: Community-Werkstätten
Der aktuelle Boom des Siebdrucks kommt aus dem DIY/Handwerk-Trend. Kleine Werkstätten wie Siebundbrot Zürich, druckundwerk Winterthur oder Kehrwand Aarberg bieten Kurse und Gemeinschaft.
Das Schöne: Es ist keine Elite-Kunst. Du brauchst keine teure Ausrüstung. Du brauchst eine Idee und die Bereitschaft, die Hände schmutzig zu machen.